Lastau (ch). Hier war das Dorf auf den Beinen. Stimmung: Ein tolles Programm aus Sketchen und Tanz hatte der Heimatverein für die Faschingspremiere gestrickt. Foto: Conny HanspachTrotz vorgerückter Stunde feierten am Sonnabend Jung und Alt gemeinsam im Dorfgemeinschaftshaus und machten dem Schlachtruf des Vereinsfaschings: „Lastau – lass raus die Sau“ alle Ehre. Der Valentinstag bot zusätzlich Spielraum für unterschiedliche Programmeinlagen. Denn wie im Märchen wollten Lastauer und Gäste den Tag der Liebenden feiern. Daher hatten viele zauberhafte Gestalten ihren großen Auftritt. Zudem ward Zwischenmenschliches in Sketche verpackt, welche die Lachmuskeln strapazierten. Herausragend dabei eine Hommage an Ludwig Erhardt. Jedes Wort im Stück um einen gehörnten Ehemann begann mit dem Buchstaben G und setzte nachhaltige Pointen. Tosenden Applaus gab es auch für tänzerische Beiträge. Die kamen unter anderem von den Girlfriends aus Colditz. Die Mädchen bewiesen als Cheerleader echtes Rhythmusgefühl und heizten die Stimmung im Saal an. Dabei waren angesichts der Menschenmassen keine zusätzlichen Wärmequellen nötig. Doch die Lastauer nahmen die räumliche Enge gelassen. Der immense Zuspruch zeugte schließlich von der Lust der Leute miteinander zu feiern. Erstmals hatte sich der Heimatverein daran gewagt, zu einem Fasching einzuladen. Appetit darauf holten sich Akteure und potenzielle Besucher bereits im v e r g a n g e n e n Herbst. Dort hatten Vereinsmitglieder sowohl humoristisches als auch schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt und Kostproben serviert, die Lust auf mehr machten. Der gut gewürzte Nachschlag
dürfte keinen Zweifel an einer neuen Lastauer Tradition lassen. Die setzt im üblichen Faschingstrubel eigene Akzente. Nicht nur, dass hier gestandene Erwachsene und die Mitglieder des Jugendklubs an einem Strang ziehen. Die Lastauer Narren tragen auch sinkenden Bevölkerungszahlen auf humoristische Weise Rechnung: Die Zahl der Minister im Elferrat wurde kurzerhand auf fünf reduziert.