Allgemeines

In der Sendung "MDR um Zwölf" vom 27.06.2012 gab es einen kurzen Beitrag zum Besuch der Kommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft".

Link zur Aufzeichnung in der MDR Mediathek (Start ab 6:53)

Hallo Sachsen, hier kommt Lastau!

Landesweiter Dorfwettbewerb: Kreissieger präsentiert sich am Dienstag

Tor zum Muldental: Hinter Lastau beginnt unmittelbar der Landkreis Mittelsachsen.

Colditz/Lastau. Lastau, das Tor zum Muldental, möchte den nächsten Volltreffer landen: Nachdem die 222 Einwohner bereits den Kreisausscheid  des 8. Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ gewannen, wollen sie sich nun auch sachsenweit behaupten. Zwölf Konkurrenten, von Cunnersdorf bis Rammenau, gehen an den Start. Doch während sich die Landeskommission sonst immer zwei Orte pro Tag vornimmt, ist Lastau am Dienstag der einzige Besichtigungstermin. Vermutlich ist das preisgekrönte Dorf viel zu schön, um gleich wieder abzureisen.

Obwohl winzig klein hat Lastau wie die „Großen“ streng genommen sogar Ortsteile aufzuweisen: Das Hauptdorf liegt etwas höher, die „Muldenaue“ dagegen am Fuße des legendären Burgberges. An den einstigen Aussichtsturm, Wahrzeichen Lastaus, erinnern nach Beschuss im Zweiten Weltkrieg zwar nur noch ein paar Steine. Doch Höhepunkte hat das 981 in der Chronik Thietmars von Merseburg erstmals erwähnte Dorf auch ansonsten zu bieten: den früheren Gasthof Lastau etwa. Dieser war dem Verfall preisgegeben, ehe der Heimatverein das alte Gemäuer nach der 1025-Jahrfeier erwarb und ein Konzept für ein Mehrgenerationenhaus erstellte: „Anderthalb Jahre lang traf sich das ganze Dorf jedes Wochenende zu Arbeitseinsätzen. Unsere Leib- und Magenköchinnen Petra Weise, Helga Sprigade und Simone Althammer sorgten für die nötige Stärkung und los ging es“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Ronny Kriz.

Inzwischen ist das Haus mit Spielplatz, Volleyballfeld und Grillecke das Herzstück des Dorfes. Hier pulsiert das Leben – mit Frauensport, Skatrunden, Jugendklub, Rentnertreff und nicht zu vergessen den „Windelrockern“. Die kultigen Lastauer bauten übrigens nicht nur ein einziges Mehrgenerationenhaus: Für den Tag der Sachsen in Grimma konstruierten sie es zudem auch noch aus Holz. Beim Festumzug in Mittweida hatte die Dorfgemeinschaft dann die Burgbergruine aus Styropor präsentiert, um sie im Anschluss dem Kindergarten als Spielgerät zu schenken.

Der „Löwenzahn“, mit 16 Steppkes eine der wohl kleinsten Kitas, freute sich riesig darüber. Im Gegenzug engagiert sich Leiterin Sonja Lägel auch in diesem Jahr beim Einstudieren des Theaterstücks. Zum Auftakt des Dorf- und Gemeindefestes wird am 7. Juli „Zwerg Nase“ gegeben – und fast alle Lastauer spielen mit.

13.30 Uhr trifft sich am Dienstag die gestrenge Kommission unter Leitung von Markus Thieme in der Gaststätte „Rüsterhof“. Von dort aus geht es die Dorfstraße entlang. Dabei genießen die Juroren den Blick zum Rochlitzer Berg und ins Auenbachtal. Im Mehrgenerationenhaus zeigen Jugendliche um Johanna Braun, Stephanie Weinert und
Tobias Zießmann Ausschnitte ihres Lastau-Films, den sie voriges Jahr gedreht hatten. Neben Kindergarten, Wasserkraftwerk, Fischtreppe und Parkhotel besichtigt die Jury auch Dorfteich, Friedensdenkmal und Kirche.

Kantor Albert Peter Bräuer erläutert unter anderem die 1817 von Johann Michael Böhme eingebaute Orgel mit Zimbelstern und sechs Bronzeglöckchen, die etwa zu Weihnachten den Klang versüßen. Die Lastauer sind stolz auf ihre Kirche. Kein Geringerer als Christian Führer hatte hier seine erste Pfarrstelle, ehe er an die Nikolaikirche nach Leipzig wechselte und mit seinen Montagsdemonstrationen Geschichte schreiben sollte. Ob sie den vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ausgelobten Titel nun holen oder nicht: Für die Lastauer ist ihr Heimatort eh der schönste – mit Friseur, Elektromeister, Metallbauer, Maler, Tischler, Fuhrmann, Raumausstatter, Lohnsteuerbüro, Gastwirtschaft „Grüne Aue“ und monatlicher Arztsprechstunde.

Nein, die Lastauer weißen in Erwartung des hohen Besuches nicht etwa die Birkenstämme, lachen Vereinsvorsitzender Ronny Kriz und Stellvertreter Ronny Meißner: „Lastau ist von Haus aus schön. Viele Grundstücke sind modernisiert. Auch junge Leute ziehen zu uns. Robert und Janka Gärtitz mit Töchterchen Naima sanieren derzeit ein über zehn Jahre leer stehendes Fachwerkhaus. Wie gesagt: Unser Dorf hat Zukunft.“

Haig Latchinian

Wunderschöne Landschaft: Das 222-Seelendorf Lastau besteht aus zwei Ortsteilen – der „Muldenaue“ am Fuße des Burgberges und wie hier zu sehen – dem Hauptdorf mit Kirche. Foto: Robin Seidler 

Methauer sauer: Brücke über die Zwickauer Mulde gesperrt

Fußweg kann nicht mehr genutzt werden

Lastau/Zettlitz. Sperrschild und Absperrgeländer: Der Fußweg an der Eisenbahnbrücke in Lastau kann nicht mehr genutzt werden. Das stößt bei Spaziergängern und Radfahrern auf Unverständnis. Gisela und Harald Teicher aus dem Zettlitzer Ortsteil Methau beispielsweise haben die Abkürzung oft genutzt, um die Zwickauer Mulde zu überqueren.

"Jetzt müssen wir den Umweg über Rochlitz oder Colditz in Kauf nehmen, wenn wir nach Schwarzbach wollen", sagt der Ehemann. Und der 65-Jährige fügt hinzu: "Es kann doch nicht sein, dass die Brücke einfach für Fußgänger dicht gemacht wird. Unsere Vorfahren haben sich beim Bau der Fußgängerbrücke doch etwas gedacht." Teicher wundert sich obendrein, dass die Region auf den Tourismus setzt, dann aber eine Fußgängerbrücke über die Mulde sperrt, die von Ausflüglern gern genutzt wird.

Der Colditzer Bauamtsleiter kann den Ärger der Radler und Wanderer verstehen. "Aber wir mussten die Brücke aus Sicherheitsgründen für Fußgänger sperren", sagt Jürgen Uhlig. Bei einer Begehung hätten Fachleute festgestellt, dass Laufbohlen und Traghölzer teilweise morsch sind. "Das Risiko ist einfach zu groß", begründet der Bauamtschef die Entscheidung.

Uhlig macht indes auch keine Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung. Denn die aufwändige Reparatur des Bauwerkes kostet seinen Angaben zufolge einen höheren fünfstelligen Betrag. Selbst die Metallkonstruktion muss laut Uhlig wahrscheinlich neu konserviert werden. "Und wir müssen auch die Kirche im Dorf lassen", wirbt der Bauamtschef für Verständnis. Früher hätten viele Arbeiter die Brücke genutzt, um zur Papierfabrik und zur Fensterbaufirma zu gelangen - doch die gibt es mittlerweile nicht mehr. "Insofern nutzen nur noch wenige Spaziergänger die Muldenquerung", zeigt Uhlig auf. Wie viele es genau sind, konnte der Bauamtschef nicht sagen. Zählungen habe die Stadt Colditz noch nicht durchgeführt. "Und der Muldentalradweg verläuft nicht über die Brücke, sondern entlang der Straße", argumentiert Behördenleiter Uhlig.

Kartenausschnitt

Ob die Arbeiten an der Brücke in den diesjährigen Colditzer Haushaltsplan aufgenommen werden, steht noch in den Sternen. Laut Uhlig gibt es in der Stadt und ihren Ortsteilen dringendere Projekte. "Zudem müssen wir erst einmal sehen, was aus der Bahnbrücke wird", sagt er. Wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte, wird die Angelegenheit geprüft.

erschienen am 29.02.2012 ( Von Heike Hubricht )

Hochschule Mittweida dreht mit Jugendlichen ein Video

Beim Interview: Mitten im Dorf stehen die Lastauer Jugendlichen Rede und Antwort. Zum Teil versuchen sich die einheimischen Mädchen und Jungen sogar als Kameramann. Foto: René Beuckert

Colditz/Lastau (bpa). Lastau fügt sich dieser Tage malerisch in die Herbstlandschaft ein. Für das Filmteam der Hochschule Mittweida hätte es keinen besseren Zeitpunkt geben können, als gerade jetzt eine Dokumentation über den kleinen Ort zu drehen. Ronny Kritz vom Heimatverein: "Unser Ort bettet sich in eine kleine Hügellandschaft ein, die alljährlich von Wanderern durchstreift wird." Besonders das Aubachtal strahle im Moment mit der bunten Blätterwelt seinen einzigartigen Reiz aus." Das Touristische sei aber nur eines der Anliegen, über Lastau einen Film zu drehen. Vielmehr gehe es darum, über den Ort mit seinen Bewohnern eine Geschichte zu erzählen, in der sich das Leben widerspiegelt. "Obwohl Lastau ein kleines Dorf ist, hat sich über die Jahre hinweg der Kindergarten erhalten", erzählt Ronny Kritz. Genauso gehöre die Kirche mit dazu, in der neben den Gottesdiensten ebenso Veranstaltungen stattfinden. "Was die Lastauer verbindet, ist ihr Dorfgemeinschaftshaus", betont er. So legten bei der Umgestaltung des einstigen Gasthofes in eine Begegnungsstätte die Bewohner selber mit Hand an. Doch die Lastauer kamen sich schon zuvor näher. So feiern sie seit Jahren ihren Fasching und begehen zusammen ihr Dorffest. Eigens dafür haben sie hinter dem Dorfgemeinschaftshaus einen Platz gestaltet. Im Pfarrgarten wird Theater gespielt, dabei setzen sich jung und alt in Szene. In die Märchen werden dabei auch Begebenheiten aus dem dörflichen Leben mit eingebaut, was beim Publikum stets für Heiterkeit sorgt. All das soll sich jetzt auch in dem Film über den 981 erstmals erwähnten Ort wiederfinden. "Da nicht zu allen Ereignissen eine Filmeinstellung möglich ist, stellen wir eigenes Bildmaterial zur Verfügung", sagt Kritz. Mit der Kamera eingefangen werden auch die sportlichen Aktivitäten: So schmettert die Jugend am Volleyballnetz, die Älteren zeigen bei der Gymnastik ihre Beweglichkeit. Zustande gekommen war der Videodreh über die "Aktion Mensch". Durch die Beteiligung gerade der jungen Leute aus dem Dorf wurde diesen die Möglichkeit gegeben, mit den Filmemachern ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. So zogen sie mit den Kameraleuten durch die Ortschaft, fragten Bewohner unter anderem danach, weshalb Lastau für sie ein lebenswerter Ort ist. "Für uns stellt die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen eine Bereicherung im Medienstudiengang der Hochschule dar", bemerkt Student Karl Weber. Die Kunst bestehe nun darin, das über drei Tage gedrehte Videomaterial auf etwa 20 Minuten Länge zu schneiden. Auch dabei werden die Lastauer Jugendlichen mit einbezogen, zumal sie im Studio sogar noch einige Texte einsprechen werden.