Allgemeines

Altes Gasthaus wird zum Mehrgenerationshaus

Heimatverein Lastau bei Colditz bringt neues Leben in alte Mauern

COLDITZ/LASTAU. Bis auf den letzten Platz gefüllt waren die Sitzreihen im Gasthaus Lastau. Das hatte der örtliche Heimatverein erworben und aufwendig um- und ausgebaut, um es nun als schmuckes Mehrgenerationshaus (MGH) feierlich einzuweihen.

Damit konnten die 35 eingeschriebenen Vereinsmitglieder um Vereinschef Ronny Kriz ein Projekt abschließen, das bereits 2008 unter dem Motto „Altes erhalten, Neues gestalten" begann und in seiner Art der Realisierung wohl einzigartig sein dürfte. „Jeden beantragten Cent an Fördermitteln mussten wir vorfinanzieren-, begann der Finanzminister des Vereins, Ronny Meißner, den Hintergrund zu erklären. „Doch welcher Verein in unserer bescheidenen Größe hat so viel Eigenkapital? Deshalb haben mehrere Privatpersonen im Dorf Darlehen in Höhe von insgesamt 65.500 Euro aufgenommen und dem Verein, und damit der Allgemeinheit, zur Verfügung gestellt. Das ist schon der Wahnsinn." Letztlich aber der Grundstock für die immensen Baukosten, die sich unter dem Strich auf zirka 280.000 Euro summierten. Nicht ganz die Hälfte davon, 125.000 Euro, konnten über das Förderprogramm zur „Entwicklung im ländlichen Raum- akquiriert werden. Für die andere Hälfte standen Eigenmittel und Spenden (etwa 32.000 Euro) und Eigenleistungen (122.000 Euro) zu Buche. Damit machten die Vereinsmitglieder auch deutlich, dass es ohne die Hilfe aus dem Dorf nicht zu schultern gewesen wäre. Und so galt ihr Dankeschön auch allen Privatpersonen und Firmen sowie Behörden und Institutionen, die dem ehrgeizigen Projekt zum Erfolg verhalfen.

Nun gilt es, das MGH mit Leben zu erfüllen, was zur Einweihung mit einem kleinen Programm der Sänger von der Colditzer Liedertafel begann und mit einem Tag der offenen Tür seine Fortsetzung fand. Und für die Zukunft, so versicherte Ronny Kriz, werde das MGH seinem Namen nach, allen offen stehen. Als Jugendklub und Rentner-treff, für Uraniavorträge und Bürgermeistersprech-stunde sowie zur Fußpflege oder als Arztsprechzimmer und auch für Seminare, Workshops oder Informationsrunden. Das Haus sei schließlich für den „Dauerbetrieb" konzipiert worden.

fsw

Zur feierlichen Einweihung gratulierte Klaus-Jürgen Linke vom Landratsamt.	Foto: fsw

Rauch kommt nur aus der Nebelmaschine

Feuerwehr probt Einsatz in der Lastauer Kita

Colditz/Lastau. In der Laustauer Kindertagesstätte rollte am Samstagmorgen die Feuerwehr an. Doch was Besorgnis erregend aussah, entpuppte sich als Übung, in die allerdings nicht alle Kameraden eingeweiht waren. "21 Kameraden aus Colditz und Hohnbach waren mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Von dem geplanten Einsatz waren aber nur die Colditzer Wehrleute informiert", klärte Wehrleiter Steffen Schmidt auf. Die Kita selbst hatte sich für den Samstagvormittag ihre Schützlinge eingeladen, um den Einsatz möglichst realitätsnah simulieren zu können. "Der Kindergarten muss vorweisen können, dass hier schon einmal eine Feuerwehrübung stattgefunden hat", sagte Schmidt.
Simuliert wurde ein Schwelbrand im Erdgeschoss des Hauses. Dabei wurden beim Eintreffen der Feuerwehr die Kinder von ihren Erziehern bereits erfolgreich evakuiert. Allerdings befanden sich noch zwei Erwachsene im stark verrauchten Gebäude. Den Rauch spendete dabei eine Nebelmaschine. "Für die Bergung kamen zehn Kameraden mit Atemschutzausrüstung zum Einsatz", so Schmidt. Dazu wurde noch die Löschwasserversorgung aus dem Lastauer Löschteich aufgebaut. Laut dem Colditzer Wehrleiter gab es neben der Übung noch weitere kleine Probleme zu bewältigen. "In Lastau bestehen schwierige Rahmenbedingungen für die Feuerwehr. Erstens haben wir einen langen Anfahrtsweg mit 80 Metern Höhenunterschied bis nach Lastau rauf, was mit unseren alten Fahrzeugen natürlich besonders schwierig ist. Zweitens ist das Hydrantennetz in Lastau für die Kameraden nicht nutzbar." Nach der trotzdem gelungenen Übung dankten die Lastauer Dorfgemeinschaft sowie die Mitarbeiter der Kita den Kameraden für ihren Einsatz herzlich. Robin Seidler

 

Ver(w)irrter WM-Fan landet im Lastauer Festgetümmel und erlebt ein „Sommermärchen“

Es war auf einmal …ohrenbetäubender Vuvuzelalärm als Märchenmoderrator Thomas der „Schwarzrotgoldene“ nach dem Festgottesdienst den Rasen betrat und damit die erste Halbzeit beim Lastauer Dorf- und Gemeindefest eintrötete. Ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Fans auf den Bänken war das rätselhafte und ideenreiche Spiel mit historischen Trikots um eine kluge Bauerstochter aus Rüx. Nach dem „Betrachten in der Gemeinschaft“ (sogenanntes Public Viewing im Pfarrhof) fand die zweite Halbzeit auf dem Festgelände am Mehrgenerationenhaus statt. Hier konnten die großen und kleinen Gäste am reichhaltigen Buffet süße und herzhafte Speisen zu sich nehmen und so Kraft tanken für weitere sportliche und kreative Aktivitäten. Beim Torwandschießen schaffte Andre das Triple bei 6 Versuchen und war somit Ortsmeister am Leder. Luftgewehrzielschießen wurden in diesem Jahr nur Sachpreise ausgelobt, da in der Vitrine von Udo kein Platz mehr für weitere Pokale ist . Im nächsten Jahr könnte allerdings der Jugendliche Max K. eine echte Gefahr für den Dauersieger werden, der hinter Holly Platz 3 mit 56 Treffern belegte. Ein nachträgliches Geburtstagsständchen überbrachte die Colditzer Liedertafel Petra und Simone zum insgesamt Hundertjährigen. „So ein Tag so wunderschön… kann nur mit HEINO weitergehn. Direkt aus Bad Münster Eifel war der Star der Volksmusik über Thumirnicht nach Lastau angereist und brachte zur Verstärkung Rotfeder Elke mit. Drei Zugaben waren notwendig, ehe das Publikum die beiden in die Umkleidekabine(n) entließ. Gegen 23 Uhr wurde nochmal gewechselt und die „Amateursportfreunde Stiller“ betraten eher lauter die Festzeltarena zu Lastau. Mit dem WM-Song von 2006 rockten Sie sich in die Herzen der Partygäste. Das DJ-Team aus Otterwisch konnten mit Verlängerung und Nachspielzeit schließlich doch noch alle Musikwünsche des tanzfreudigen Publikums erfüllen. Erfreulicherweise mussten keine gelben oder roten Karten verteilt werden, resümierte das Trainergespann der Gastgebermannschaften vom Lastauer Heimatverein, der ev. Kirchgemeinde Colditz Lastau sowie dem Jugend- und Seniorenclub Lastau.

Herzlichen Dank an alle Laiendarsteller, dem Kindergarten Löwenzahn, dem Colditzer Bauhof sowie allen Spendern, Helfer und Unterstützern, besonders auch für den selbstgebackenen Kuchen der „Lastauer Landfrauenmannschaft“. Weitere Schnappschüsse vom Volleyballturnier am Freitag und vom Fest gibt’s zu sehen im Schaukasten Lastau am Teich oder unter lastau.de im Internet.

R. Kriz

Fotos S. Fuhrmann / R. Kriz

Auf der Baustelle statt in der Bütt

Lastauer Vereinshaus nimmt Gestalt an / Ehemaliger Gasthof wird Generationen-Treff

Lastau (ch). Zu einer bunten Faschingsfete lädt der Lastauer Heimatverein in diesem Jahr nicht ein. Das wird zwar bedauert, doch unterm Strich verzichten die Fans dieses Festes dann doch ganz gern. Schließlich dient die Pause einem guten Zweck – das Domizil des Heimatvereins wird nämlich generalüberholt. Von außen präsentiert sich der einstige Gasthof des Dorfes bereits in neuem Gewand. Auch das Erdgeschoss des Vereinsdomizils verrät: Hier wurden Nägel mit Köpfen gemacht.

Genug zu tun gibt es für die Mitglieder des Heimatvereins dennoch. Derzeit wird in der zweiten Etage gewerkelt. Jeden Sonnabend treffen sich die Lastauer auf ihrer Baustelle und arbeiten sich Stück um Stück voran. „Momentan gilt der Decke unsere ganze Aufmerksamkeit. Hier mussten drei Balken ersetzt werden. Die alten waren verfault und der Holzwurm hatte auch ganze Arbeit geleistet“, erzählt Ronny Kriz, Vorsitzender des Lastauer Heimatvereins.

Der Balkentausch sei eines von den Dingen, die im Grunde nicht geplant waren. Doch solche Zusatzarbeiten wären normal, wenn an einem alten Haus gebaut würde. Rund 200 000 Euro würden insgesamt in das Gebäude gesteckt. Möglich sei dies, weil es dem Verein gelungen ist, den Fördertopf des Leader-Programms anzuzapfen. Der Zusammenhalt im Verein und im Ort sorge dafür, dass den Wochenend-Handwerkern das Ganze nicht über den Kopf wächst, sagt Ronny Kriz. So haben sich kleinere Gruppen gebildet, die abwechselnd auf der Baustelle aktiv sind. Das sei effektiver, und da die meisten der Vereinsmitglieder berufstätig sind, blieben auch Wochenenden für die Familie. Wenngleich es meist Männer seien, die hier zu Brechstange und Hammer greifen, trügen die Frauen ihr Scherflein ebenso bei. „Sie kochen für uns. Wir werden auf der Baustelle immer toll versorgt mit Mittagessen und Kuchen für die Kaffeepause“, bedankt sich der Vereinschef.

Dieses Miteinander wollen die Lastauer auch in der Zeit nach dem Bau erleben. Der ehemalige Gasthof wird Domizil für viele Lastauer werden. Neben dem Heimatverein bekommt die Jugend hier ihren Platz. Auch die Senioren freuen sich auf nutzbare Räumlichkeiten. Und geplant sei sogar, dass hier eine Arztsprechstunde stattfinde. Für November planen die Akteure den Abschluss der Arbeiten im Innenbereich. Übrig bleiben dann vermutlich noch einige Ecken rund um das Gemeinschaftszentrum. Denn auch das Gelände soll auf Vordermann gebracht werden. Ganz auf Geselligkeit verzichten die Lastauer in diesem Jahr aber trotzdem nicht. Es werde ein Frühlingsfest im April geben und auch im Sommer wird der Verein einladen, blickt Ronny Kriz ein paar Wochen voraus.

Bild aus LVZ