Allgemeines

Leisenauer spenden

Kleiner Ortsteil hilft der flutgeschädigten Stadt Colditz
Colditz/Lastau/Leisenau.

Diese Zahl sorgte beim Dorf- und Gemeindefest in Lastau nicht nur für Erstaunen, sondern auch für große Freude: Die Leisenauer Bürger sammelten in den vergangenen Tagen satte 690 Euro für die Flutopfer der Stadt Colditz. Harry Kluge vom Leisenauer Heimatverein übergab im Rahmen des Festes am Lastauer Mehrgenerationenhaus den symbolischen Scheck an die stellvertretende Bürgermeisterin Sonja Schilde (Bürgerinitiative Colditz). Der Vorsitzende des Lastauer Heimatvereins, Ronny Kriz, zeigte sich erstaunt. "Leisenau selbst war ja nicht unmittelbar von der Flut betroffen. Dafür ist das eine tolle Geste", sagte er. Die Summe verblüfft in der Tat. Denn Leisenau zählt gerade einmal rund 200 Einwohner. "Viele haben Geld gegeben. Manche Bürger haben sogar Beträge gegeben, deren Höhen wir so nicht erwartet hatten", sagte Kluge. "Wir sind auf Initiative des Heimatvereins im Dorf umher gegangen und haben gesammelt. Auch wenn wir nicht betroffen sind - unsere Argumentation war die, dass wir der Stadt Colditz etwas Gutes tun wollten und sicherlich auch irgendwann einmal Hilfe gebrauchen könnten." Das habe sich bereits am vergangenen Donnerstag bewahrheitet, als eine Gewitterzelle mit Hagelschlag einige Schäden im Dorf anrichtete. Einen weiteren Vorteil hatte die Sammelaktion. "Wir sind mit unseren Einwohnern mal wieder ins Gespräch gekommen. Einige haben wir noch nicht erreicht, so dass die Spendensumme noch steigen könnte", informierte Kluge und dankte den Einwohnern für die Hilfsbereitschaft. Robin Seidler

"Laola" sorgt für Spaß

Spendenaktion für Flutopfer findet bei Lastauer Dorf- und Gemeindefest großen Zuspruch
Colditz/Lastau.

Das diesjährige Lastauer Dorf- und Gemeindefest war ein voller Erfolg. Auch, was die Spendenbereitschaft für die Flutopfer angeht. Der Vorsitzende des Heimatvereins verriet bereits, dass die Spendenaktion im Rahmen des Festes gut angenommen wurde. Dafür sorgte nicht nur eine große Tonne direkt am Eingang neben dem Mehrgenerationenhaus. Die Kirchgemeinde Colditz-Lastau trug ebenfalls ihren Beitrag dazu bei. Das Fest wurde mit einem  Gottesdienst - aufgrund des famosen Wetters fand dieser natürlich im Pfarrhof statt - eingeläutet.

Anschließend folgte ein Märchenspiel der Lastauer Kindertagesstätte. Die Schützlinge von Sonja Lägel führten diesmal den Froschkönig auf. "Bei den Veranstaltungen im Pfarrhof ist die Spendenaktion schon angelaufen. Dort sind bereits über 60 Euro zusammen gekommen", freute sich Ronny Kriz. Außerdem bekamen die Lastauer Besuch vom Leisenauer Heimatverein, der von der Spendenaktion erfuhr und einen mittleren dreistelligen Betrag dazugab. "Der Gewinn aus dem Dorf- und Gemeindefest wird dann von uns Lastauern ebenfalls den Flutopfern gespendet", kündigt Ronny Kriz an, bittet aber um Geduld. "Mit dem Auszählen könnte es zwei Wochen dauern. Geplant ist, dass wir den Scheck beim Hoffest der Sophienschule übergeben."

Gefeiert wurde am Nachmittag in Lastau weiter. Die Line-Dance-Gruppe aus Nerchau war erstmals zu Gast und tanzte satte 16 Minuten bei einem Medley durch. Für die Kinder stand wieder die Kinderolympiade "Kiola" an. Disziplinen waren in diesem Jahr Zielwerfen mit Ringen, Büchsenwerfen, Torwandschießen und Zielwerfen mit Bällen. Eine Kletterstange mit hoch hängenden Belohnungen sowie ein kleiner Quadparcours standen ebenfalls zur Verfügung.

Am frühen Abend begann dann die "Laola" - die Landolympiade. Hier zeigten die Teilnehmer ihr Können unter anderem beim Freistilschwimmen, als sie mit Flossen und Badekappe einen Kurs schnellstmöglich laufen mussten. Schnell wurde klar, dass dies rückwärts am besten geht, dann aber nicht mehr so ulkig aussieht. Weitere Disziplinen waren Apfelbeißen. Kekse mussten von der Stirn in den Mund transportiert werden - ohne den Einsatz von Händen, versteht sich. Am Abend rundete dann das Duo Vorspiel mit alten und neuen Hits das Fest ab. Robin Seidler

Stimmung pur: An der Laola nahmen auch Barbara Nestler und Steven Doempke teil. Die Schwimmflossen erwiesen sich nur als geringes Problem. Foto: Robin Seidler

Geheimtipp hinter den sieben Bergen

Preisgekröntes Dorf Lastau schmückt sich mit weiterer Perle: Morgen eröffnet renoviertes Parkhotel Muldental

Voller Freude: Ina Kreher fungiert im idyllisch gelegenen Parkhotel Muldental als Hausdame. Foto: Haig Latchinian

Colditz/Lastau. Der Geheimtipp Lastau hat eine Perle mehr: Das mit Liebe zum Detail frisch herausgeputzte Parkhotel Muldental direkt an der Zwickauer Mulde erwartet ab Montag seine Gäste. Hausdame Ina Kreher führt bereits vor der morgigen feierlichen Eröffnung durch die ehemalige Fabrikantenvilla: Meißner Ofenkacheln, grandiose Kronleuchter, über 100 Jahre alte Möbel.

Karl Bachl senior, Unternehmer aus dem bayerischen Röhrnbach, kaufte nach der Wiedervereinigung sowohl Villa als auch Papierfabrik nebst Wasserkraftanlage. Aus der Papierfabrik wurde ein Fenster- und Türenwerk. Zu Spitzenzeiten standen dort 45 Arbeiter in Lohn und Brot. Vor ein paar Jahren stellte das Werk die Produktion ein. Karl Bachl junior, dem jetzigen Eigentümer, schwebte ein Gründungszentrum vor, in das sich Handwerker preiswert hätten einmieten können – doch es meldeten sich zu wenige und so steht die Fabrik leer. In den Ausbau der Villa investierte Bachl eine sechsstellige Summe. Das Hotel mit eigenem Park ist nun wieder erste Adresse für Feiern, Schulungen und Urlaube.

„Lastau liegt mitten im Städtedreieck Leipzig, Dresden, Chemnitz. Damit ist unser Hotel ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge – sowohl in die Metropolen als auch zu den vielen Burgen und Schlössern“, schwärmt Hausdame Ina Kreher. In den oberen Etagen des Hotels zeigt sie die sieben Appartements, die allesamt nach Sehenswürdigkeiten der Region benannt sind: Burg Kriebstein, Burg Mildenstein, Burg Gnandstein, Schloss Freudenstein, Schloss Nossen, Schloss Lichtenwalde – das größte aller Appartements heißt Schloss Colditz.

Edle Ausstattung: Dieser kunstvoll gefertigte Kamin ist im Erdgeschoss zu sehen. Foto: Haig Latchinian

Die 64-jährige Ortschronistin Sieglinde Naumann ist begeistert vom renovierten Parkhotel. Sie forschte zur wechselvollen Geschichte des Areals: „1265 war es Heinrich, Abt zu Buch, der hier eine Mühle baute. 1416 sorgte ein verheerendes Hochwasser für große Zerstörungen. Die Mühle wurde immer wieder aufgebaut, doch 1710 brannte sie ab. 1858 richtete die Flut abermals Schäden an.“ Die Lastauerin erwähnt den Fabrikanten Oscar Weidler sowie die Herren König und Jähne. Und sie nennt das Jahr 1879: „Da waren es die Unternehmer Oswald Meyh aus Zwickau und Louis Beda aus Niederschlema, die den Grundstein für die Papierfabrikation legten und fortan unter Meyh & Beda firmierten.“ Louis Beda baute sich in Colditz sein Wohnhaus, die heutige Pension „Am Albertberg“. Dessen Sohn, Hermann Beda, errichtete 1887 schräg gegenüber der Lastauer Papierfabrik die Villa, das heutige Parkhotel.

Ina Kreher wartet bei ihrem Rundgang durchs Haus auf Schritt und Tritt mit Überraschungen auf: Durch das lindgrüne Kaminzimmer mit Kommode und das türkisfarbene Arbeitszimmer mit Veranda führt der Weg vorbei an der Rezeption in hellem Rot geradewegs in den kleinen goldgelben Saal. Im Treppenhaus sind Ornamente der Dresdener Künstlerin Jakoba Kracht zu bestaunen, ehe es ins Untergeschoss geht, in dessen wohligem Ambiente die Hotelgäste nach mancher Wanderung, Bootsfahrt oder Radtour stilvoll saunieren können.

Hermann Beda junior wohnte mit seiner Frau noch zu DDR-Zeiten in der Fabrikantenvilla. „Hochbetagt vermachte das Paar in den 70-er Jahren das Haus der Kommune. Die wiederum verkaufte es an den Kraftverkehr Leipzig“, sagt Ortschronistin Naumann. „Das Verkehrskombinat nutzte die Villa als Ferien- und Schulungsobjekt. Nach der Wende erwarb es Karl Bachl senior.“

Sicher werde es demnächst einen Tag der offenen Tür geben, sagt Hausdame Kreher. Jederzeit könnten jedoch Besichtigungstermine vereinbart werden: „Oder Sie logieren einfach mal bei uns!“ Das Anwesen im Stil des Historismus sei durchaus bezahlbar: Die Nacht im Einzelzimmer kostet 30 Euro, das Doppelzimmer 45, mit Frühstück jeweils sechs Euro pro Person mehr. „Sie können auch von unterwegs anrufen und uns mitteilen, womit wir ihren Kühlschrank füllen dürfen. Wenn schon, denn schon ...“
Haig Latchinian

Liebevolle Details: Die Decke des kleinen Saales ist mit Stuck verziert. Foto: Haig Latchinian

Tierschutzverein kauft Lastauer Bauerngut

Gnadenhof mit rund 100 Tieren soll entstehen / Tag der offenen Tür am Sonnabend

Colditz/Lastau. Einen neuen Besitzer hat der Vierseithof in der Dorfstraße unterhalb der Lastauer Kirche. Der Verein Vierpfotenhof erwarb das Grundstück vergangene Woche. Der Tierschutzverein will dort ab sofort sein neues Domizil - einen Gnadenhof - aufbauen und lädt bereits für den Sonnabend, 10 bis 17 Uhr, zu einem Tag der offenen Tür ein, um das Projekt und die Räumlichkeiten vorzustellen. "An diesem Tag möchten wir allen Besuchern die Möglichkeit geben, uns als Verein sowie das Gelände des neuen Gnadenhofs in Lastau kennenzulernen", sagt Heike Kühn. Sie ist die Vorsitzende des Vereins und bereits kräftig dabei, den Hof auf Vordermann zu bringen.

Seit Jahren setzt sich ihr Team ehrenamtlich für den Tierschutz ein und nimmt auch Vierbeiner auf, denen es nicht mehr so gut geht. Bevor der Verein nach Lastau kam, war er bei Machern beheimatet, musste das Domizil aber verlassen, weil der Besitzer Eigenbedarf anmeldete. "Wir hatten schon ein Objekt in Geringswalde im Auge, doch dessen Kauf hat nicht geklappt. Dann wurde uns dieser Hof in Lastau angeboten", sagt Heike Kühn. Rund 100 Tiere sollen in Lastau ein neues Zuhause finden. Ab dieser Woche werden sie nach und nach einquartiert, sobald die Räumlichkeiten für sie fertiggestellt sind. "Die Instandsetzung der Ställe sowie der Ausbau des Katzenhauses werden unsere ersten großen Aufgaben sein", kündigt Heike Kühn an. Zum Tag der offenen Tür am Sonnabend werden einige der Tiere - zum Beispiel Hasen und Meerschweinchen - da sein. Darüber hinaus will der Verein mit den Bürgern der Region ins Gespräch kommen.

Robin Seidler