Allgemeines

Sieben Dörfer auf dem Weg in die Zukunft


Landeswettbewerb geht in die entscheidende Phase
Von Heinrich Lillie


Landkreis Leipzig. Jetzt wird es spannend: Im neunten sächsischen Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" werden vom Dienstag nächster Woche an die Kandidaten des Landkreises Leipzig unter die Lupe genommen. Sieben Orte aus dem Muldental haben ihre Kandidatur angemeldet, außerdem noch vier aus dem Leipziger Land. Die Besichtigungen der Jury sind öffentlich.

Die Begehungen der Bewertungskommission im Muldental beginnen am Mittwoch, 20. August, im Grimmaer Ortsteil Fremdiswalde am Dorfgemeinschaftshaus (9 bis 11 Uhr; Initiator: Dorf- und Heimatverein). Es folgt der Bennewitzer Ortsteil Nepperwitz (11.30 bis 13.30 Uhr; Heimat- und Dorfverein "Wir für Nepperwitz"), Start ist Am Teich 12. Anschließend ist Dornreichenbach im Lossatal an der Reihe (14 bis 16.30 Uhr, Ortsvorstand), Treffpunkt ist am Tiergehege.

Am zweiten Besichtigungstag im Muldental (Mittwoch, 27. August) stehen drei Colditzer Ortsteile auf der Begehungsliste. Erstes Dorf ist Leisenau (9 bis 11 Uhr; Leisenauer Dorfleben), Start ist an der Feuerwehr. Danach folgt Lastau (11.30 bis 13.30 Uhr; Heimatverein Lastau und Umgebung), Treffpunkt ist der Gasthof Rüsterhof. Letzte Station der Jury an diesem Tag ist Skoplau (14 bis 16 Uhr; Ortsvorstand), sie startet ihren Rundgang am Skoplauer Anger 3.

Der siebte Teilnehmer aus dem Muldental wird bei der letzten Begehung besucht. Der Trebsener Ortsteil Seelingstädt ist am Freitag, 29. August, an der Reihe (12 bis 14 Uhr; Heimatverein Seelingstädt). Die Tour startet am Caritas-Altenheim. Mitbewerber der Muldentaler Orte aus dem Leipziger Land sind Zitzschen (Zwenkau), Quesitz/Döhlen/Thonitz (Markranstädt), Frankenhain (Frohburg) und Hainichen (Kitzscher).

Die Leistungen der Dörfer werden vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Ausgangslage und der Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Dorfentwicklung bewertet. Für die Jury sollte deutlich werden, welche Ziele sich die Bevölkerung für ihr Dorf gesetzt hat und wie diese umgesetzt wurden nach dem Motto "Was wollen wir, was haben wir erreicht, was ist noch zu tun?". Bewertet werden unter anderem Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie Grüngestaltung und Integration des Dorfes in die Landschaft.

Pflanzaktion auf dem Lastauer "Schmiedeplan"

Um den Lastauer Dorfmittelpunkt "schick" für den nächsten Dorfwettbewerb zu machen, hatte der Heimatverein in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kindergarten "Löwenzahn" zur Baumpflanzaktion am 19. Oktober aufgerufen. 2 morsche Bäume wurden gefällt und 6 neue Hochstammobstgehölze neu gepflanzt. Damit wurde der ursprüngliche Charakter einer Streuobstwiese wieder hergestellt.

Die Früchte sollen dann der Kindereinrichtung in den kommenden Jahren zur Verfügung gestellt werden. Im Außenbereich der Kindergartens wurde ein Schmetterlingsflieder in die Erde gebracht. Bei einem Glas (Kinder-)Punsch und frisch gebackenem Kuchen klang der Familiennachmittag bei herrlichem Sonnenschein aus.

„Unser Dorf hat Zukunft“ steht in Lastau nicht nur auf der Urkunde zum Dorfwettbewerb, sondern wird auch entgegen der demographischen Entwicklung in den Familien gelebt. Allein in den letzten 8 Monaten erblickten 2 Mädchen und 4 Jungen  beim örtlichen Heimatverein das Licht der Welt.  Grund genug den 2011 von Claudia Arnast und Sandra Fuhrmann ins Leben gerufenen Eltern-Kind-Kreis „WINDELROCKER“ im Mehrgenerationenhaus neu zu beleben.  Eingeladen zum ca. 90 min.  Austausch  in die Dorfstraße 40 sind Eltern mit ihren Kleinkindern bis ca. 10 Monate erstmals am Montag, den 28. Oktober ab 15.00 Uhr. Hierbei sollen neben dem gegenseitigen Kennenlernen auch die nächsten Themen (z.B. gesunde Ernährung, 1. Hilfe, Sport und Bewegung) besprochen werden.  Wer daran teilnehmen möchte, wird zur  organisatorischen Planung gebeten  sich bitte bei Kathrin Liebhauser Tel. 034381-44608 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden.

Leisenauer spenden

Kleiner Ortsteil hilft der flutgeschädigten Stadt Colditz
Colditz/Lastau/Leisenau.

Diese Zahl sorgte beim Dorf- und Gemeindefest in Lastau nicht nur für Erstaunen, sondern auch für große Freude: Die Leisenauer Bürger sammelten in den vergangenen Tagen satte 690 Euro für die Flutopfer der Stadt Colditz. Harry Kluge vom Leisenauer Heimatverein übergab im Rahmen des Festes am Lastauer Mehrgenerationenhaus den symbolischen Scheck an die stellvertretende Bürgermeisterin Sonja Schilde (Bürgerinitiative Colditz). Der Vorsitzende des Lastauer Heimatvereins, Ronny Kriz, zeigte sich erstaunt. "Leisenau selbst war ja nicht unmittelbar von der Flut betroffen. Dafür ist das eine tolle Geste", sagte er. Die Summe verblüfft in der Tat. Denn Leisenau zählt gerade einmal rund 200 Einwohner. "Viele haben Geld gegeben. Manche Bürger haben sogar Beträge gegeben, deren Höhen wir so nicht erwartet hatten", sagte Kluge. "Wir sind auf Initiative des Heimatvereins im Dorf umher gegangen und haben gesammelt. Auch wenn wir nicht betroffen sind - unsere Argumentation war die, dass wir der Stadt Colditz etwas Gutes tun wollten und sicherlich auch irgendwann einmal Hilfe gebrauchen könnten." Das habe sich bereits am vergangenen Donnerstag bewahrheitet, als eine Gewitterzelle mit Hagelschlag einige Schäden im Dorf anrichtete. Einen weiteren Vorteil hatte die Sammelaktion. "Wir sind mit unseren Einwohnern mal wieder ins Gespräch gekommen. Einige haben wir noch nicht erreicht, so dass die Spendensumme noch steigen könnte", informierte Kluge und dankte den Einwohnern für die Hilfsbereitschaft. Robin Seidler